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Die Delegation der Nationalversammlung
für die Europäische Union
 

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Ausschuss

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Gemäß dem Verfassungsgesetz Nr. 2008-724 vom 23. Juli 2008 ist die Delegation der Nationalversammlung für die Europäische Union der Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union geworden.

Inhalt
 

Die Delegation der Nationalversammlung für die Europäische Union

  Eine originelle Zusammensetzung

Die Delegation : eine europäische Beobachtungsstelle der Nationalversammlung

— Büro der Nationalversammlung bei der Europäischen Union

— Mitwirkung der Delegation an den Debatten über zentrale europäische Fragen

— Europa auf der Internet-Site der Nationalversammlung

Entschließungen der Nationalversammlung zu den Entwürfen oder Vorschlägen für Rechtsakte der Europäischen Gemeinschaften und der Europäischen Union

Aktive Mitwirkung an der interparlamentarischen Zusammenarbeit

Entwurf des Protokolls über die Anwendung der Grundsätze der Subsidiarität und der Verhältnismäßigkeit

Entwurf des Protokolls über die Rolle der nationalen Parlamente

Einige Daten zur deutsch-französischen parlamentarischen Zusammenarbeit

Verhaltenskodex von Kopenhagen
 

   

Die Delegation der Nationalversammlung für die Europäische Union

Da das europäische Einigungswerk zunehmend Einfluss auf das Recht der Mitgliedstaaten nimmt, wurde 1979 in jeder Kammer des französischen Parlaments eine Delegation für die Europäische Union eingerichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich kein internes Gremium der Nationalversammlung wie auch des Senats speziell mit Gemeinschaftsthemen zu befassen, da die Abgeordneten der Nationalversammlung, die jeweils für ein Jahr in das Europäische Parlament entsandt wurden, dem auswärtigen Ausschuss einen Informationsbericht über die zentralen Fragen des europäischen Einigungswerks vorlegen mussten.

Solange sich das Straßburger Parlament aus nationalen Parlamentariern zusammensetzte, wurden diese institutionell in das europäische Aufbauwerk eingebunden. Mit der ersten allgemeinen und direkten Wahl der Europaabgeordneten im Jahre 1979 wurde diese Mitwirkung aber beendet, und die kontinuierliche Ausweitung der Befugnisse der Europäischen Union löste bei den Abgeordneten und Senatoren das Gefühl aus, dass sie allmählich ihrer Macht beraubt werden. Da der Ausbau der Europäischen Gemeinschaften die Übertragung von Entscheidungsbefugnissen auf Brüssel in immer mehr Gesetzesbereichen nach sich zog, bestand die Gefahr, dass das Parlament nur unzulänglich unterrichtet wurde. Zudem ist in der gemeinschaftlichen Rechtsordnung die in der französischen Verfassung gemachte Unterscheidung zwischen Gesetzgebungs- und Verordnungsbereich nicht vorgesehen, weshalb zahlreiche Texte (Richtlinien, Verordnungen, Beschlüsse) von den Regierungen direkt ausgehandelt werden, obwohl sie nach dem französischen Recht inhaltlich in den Zuständigkeitsbereich des Gesetzgebers fallen könnten.

Im Unterschied zu den in der Verfassung vorgesehenen sechs ständigen Ausschüssen besitzt die Delegation für die Europäische Union lediglich einen legislativen Status. Die Funktionsweise der Delegation ähnelt zwar derjenigen der Ausschüsse, sie hat aber einen anderen Auftrag. Während die Ausschüsse die Beratung und Verabschiedung französischer Gesetz im Plenum vorzubereiten haben, ist es Hauptaufgabe der Delegation für die Europäische Union, die Europapolitik der Regierung zu kontrollieren. Tätig wird sie im Vorfeld des Beschlussfassungsprozesses, das heißt bei der Aushandlung der Gemeinschaftstexte.

Eine originelle Zusammensetzung

Im Gesetz ist die Anzahl der Mitglieder der Delegation der Nationalversammlung wie auch des Senats auf jeweils sechsunddreißig festgelegt. Sie umfasst somit deutlich weniger Mitglieder als die sechs ständigen Ausschüsse, wie beispielsweise der Ausschuss für kulturelle Angelegenheiten, Familie und Soziales, dem bis zu 145 Abgeordnete angehören können.

Der Vorstand der Delegation setzt sich aus dem Vorsitzenden, vier stellvertretenden Vorsitzenden und zwei Schriftführern zusammen. Der Vorsitzende legt die Tagesordnung der Sitzungen fest und beruft diese ein. Wie der Präsident der Nationalversammlung wird er für die Dauer der Legislaturperiode gewählt. Diese Kontinuität erleichtert die Verfolgung der Gemeinschaftstexte, deren Aushandlungs- und Beschlussfassungskalender sich nicht mit den Sitzungsperioden des Parlaments deckt. Gemäß Artikel 48 der Geschäftsordnung nimmt der Vorsitzende der Delegation an der Konferenz der Präsidenten teil ; einem Gremium, das die Gelegenheit zu einem Meinungsaustausch über die von der Regierung festgelegte prioritäre Tagesordnung bietet und unter bestimmten Bedingungen eine Tagesordnung festlegt, die die von der Regierung vorrangig auf die Tagesordnung gesetzten Texte ergänzt.

Von der Delegation für die Europäischen Gemeinschaften zur Delegation für die Europäische Union :

eine schrittweise institutionelle Stärkung

 

In den ersten Jahren ihres Bestehens spielte die Delegation nur eine bescheidene Rolle ; mit der Annahme der Einheitlichen Europäischen Akte im Jahre 1986 und der damit verbundenen spürbaren Ausweitung der Gemeinschaftstätigkeiten sowie dem Inkrafttreten des Vertrags von Maastricht am 1. Januar 1993 sah sich der Gesetzgeber jedoch veranlasst, die institutionelle Rolle der Delegation zu stärken.

- Durch das Josselin-Gesetz vom 10. Mai 1990 wurde so die Anzahl ihrer Mitglieder von 18 auf 36 erhöht. Ferner stattete dieses Gesetz die Delegation mit neuen Informationsinstrumenten aus, indem es sie ermächtigte, Mitglieder der Regierung und Vertreter der Gemeinschaftsorgane anzuhören. Gestattet wurde der Delegation überdies die Veröffentlichung von Informationsberichten zu Themen ihrer Wahl.

- Laut Pandraud-Gesetz vom 10. Juni 1994 muss die Regierung der Delegation «alle erforderlichen Dokumente, die von den verschiedenen europäischen Institutionen erstellt wurden» zuleiten. Vorgesehen war in diesem Gesetz auch, dass die Delegationen für die Europäischen Gemeinschaften der Nationalversammlung und des Senats in Delegationen für die Europäische Union umbenannt werden, um dem Inkrafttreten des Maastrichter Vertrags über die Europäische Union Rechnung zu tragen.

Liste der Vorsitzenden der Delegation der Nationalversammlung
für die Europäische Union seit ihrer Einrichtung im Jahre 1979

 

datUM DER ERNENNUNG

VORSITZENDER

VI. Legislaturperiode

18. Oktober 1979 (vorläufiger Vorstand)

Herr Michel COINTAT

31. Oktober 1979

Herr Michel COINTAT

25. November 1980

Herr Marc LAURIOL

VII. Legislaturperiode

22. Juli 1981

Herr Charles JOSSELIN

27. November 1985

Herr Gérard GOUZES

VIII. Legislaturperiode

7. Mai 1986

Herr Michel COINTAT

IX. Legislaturperiode

26. Oktober 1988

Herr Charles JOSSELIN

21. April 1992

Herr Michel PEZET

X. Legislaturperiode

20. April 1993

Herr Robert PANDRAUD

XI. Legislaturperiode

24. Juni 1997

Herr Henri NALLET

25. März 1999

Herr Alain BARRAU

XII. Legislaturperiode

4. Juli 2002

Herr Pierre LEQUILLER

 

Nach den Regeln für die Zusammensetzung der Delegation ist auf eine proportionale Vertretung der Fraktionen und eine ausgewogene Vertretung der ständigen Ausschüsse zu achten. Denn die Delegation ist mit Querschnittsaufgaben betraut und hat gegebenenfalls alle Themen zu prüfen, mit denen sich die Europäische Union befasst. Erleichtert wird diese Querschnittsarbeit mithin durch die Tatsache, dass alle Abgeordneten der Delegation auch Mitglied eines der sechs ständigen Ausschüsse sind.

Zusammensetzung des Vorstands
der Delegation für die Europäische Union
(November 2003)

 

Vorsitzender  :

Herr Pierre Lequiller (UMP)

Stellvertretende Vorsitzende  :

Herr Jean-Pierre Abelin (UDF), Herr René André (UMP), Frau Elisabeth Guigou (SOC), Herr Christian Philip (UMP)

Schriftführer  :

Herr François Guillaume (UMP), Herr Jean-Claude Lefort (CR)

 

 

Zusammensetzung der Delegation für die Europäische Union
(November 2003)

 

 

Ausschuss kulturelle Angelegen­heiten (7)

Wirtschafts­ausschuss

 (6)

auswärtiger Ausschuss

(11)

Verteidigungs­ausschuss

(3)

Finanz­ausschuss

 (2)

Rechts­ausschuss

 (7)

UMP

(24)

Nicolas DUPONT–AIGNAN

Michel HERBILLON

Edouard LANDRAIN

Irène THARIN

Arlette FRANCO

Robert LECOU

Philippe MARTIN

Gérard VOISIN

René ANDRE

François GUILLAUME

Pierre LELLOUCHE

Pierre LEQUILLER

Jacques MYARD

Christian PHILIP

André SCHNEIDER

René–Paul VICTORIA

François CALVET

Bernard DEFLESSELLES

Jean–Marie SERMIER

Daniel GARRIGUE

Marc LAFFINEUR

Alfred ALMONT

Thierry MARIANI

Didier QUENTIN

SOC

(9)

Pierre FORGUES

Elisabeth GUIGOU

Christian PAUL

Louis–Joseph

MANSCOUR

Michel DELEBARRE

Guy LENGAGNE

 

 

Bernard DEROSIER

Jacques FLOCH

Jérôme LAMBERT

UDF

(2)

 

Jean–Pierre ABELIN

 

 

 

Anne–Marie COMPARINI

CR

(1)

 

 

Jean–Claude LEFORT

 

 

 

UMP  : Fraktion Union für eine Volksbewegung  ;

SOC : sozialistische Fraktion  ;

UDF  : Fraktion Union für die französische Demokratie  ;

CR : Fraktion kommunistische und republikanische Abgeordnete.

 

Die Delegation : eine europäische Beobachtungsstelle der Nationalversammlung

Die Hauptaufgabe der Delegation besteht darin, die Nationalversammlung über die Arbeiten der Europäischen Union zu unterrichten, insbesondere durch die Veröffentlichung von Informationsberichten. Mit der Verfassungsänderung von 1992 im Vorfeld der Ratifizierung des Vertrags von Maastricht kam zu diesem allgemeinen Informationsauftrag noch die Vorabkontrolle der gemeinschaftlichen Rechtsakte gemäß Artikel 88-4 der Verfassung hinzu.

Während der Sitzungsperiode tritt die Delegation in der Regel wöchentlich ein- bis zweimal zusammen. Auf der Tagesordnung der Sitzungen stehen Berichte, Stellungnahmen, Mitteilungen oder Anhörungen. Die nach jeder Sitzung angefertigten Protokolle über ihre Arbeiten werden in dem monatlich erscheinenden Bulletin der Delegation veröffentlicht.

  • Unterrichtung der Abgeordneten

Allgemeine Aufgabe der Delegation ist es, die von den Institutionen der Europäischen Union durchgeführten Arbeiten zu verfolgen und die Abgeordneten hierüber zu unterrichten.

Zu diesem Zweck muss die Regierung für die Unterrichtung der Delegation sorgen und ihr alle erforderlichen Dokumente, die von den verschiedenen europäischen Institutionen erstellt wurden, zukommen lassen. Diese Zuleitungsverpflichtung wurde durch das Gesetz vom 10. Juni 1994 auf sämtliche Entwürfe von Rechtsakten der «Europäischen Union» ausgeweitet ; das heißt, zu übermitteln sind nicht mehr nur die Entwürfe gemeinschaftlicher Rechtsakte, sondern auch diejenigen der Gebiete Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und Zusammenarbeit im Bereich Justiz und Inneres.

Jährlich werden so der Delegation nahezu 3 000 europäische Texte (Entwürfe von Verordnungen, Richtlinien, Beschlüssen, Grün- und Weißbüchern, Mitteilungen, Arbeitsprogrammen…) zugeleitet. Sie veröffentlicht jeden Monat eine «Auswahl von Dokumenten der Europäischen Union», damit sich die Abgeordneten und die Ausschüsse rasch über die wichtigsten gesetzgeberischen Tätigkeiten der Union informieren können. Mit kurzen Analysen wird auf die als besonders wichtig erachteten Texte hingewiesen.

Anzahl übermittelter Schriftstücke

 

11. Legislaturperiode

Sitzungs­periode

2002/03 (2)

Insg.

Jahr

1997

1998

1999

2000

2001

2002 (1)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anzahl der der Delegation übermittelten europäischen Texte

2008

 2009

2010

2011

  2012

 2012

 0

19 046

(1) vom 01.01.2002 bis 18.06.2002

(2) vom 25.06.2002 bis 30.06.2003 

Zur Wahrnehmung ihres Informationsauftrags führt die Delegation regelmäßig Anhörungen von Ministern sowie französischen und europäischen Persönlichkeiten durch. Nach jeder Tagung des Europäischen Rates organisiert sie systematisch eine Anhörung des Ministers für auswärtige Angelegenheiten oder des Staatsministers für europäische Angelegenheiten.

Während der ordentlichen Sitzungsperiode 2002-2003 hörte sie rund dreißig Persönlichkeiten an, darunter zahlreiche Mitglieder der Regierung. Mehrere dieser Anhörungen waren auch der Öffentlichkeit und der Presse zugänglich.

Anzahl Anhörungen

 

1997/98

1998/99

1999/2000

2000/01

2001/02

2002/03 (1)

Anhörungen von Ministern

11

7

7

9

5

14

Anhörungen von Persönlichkeiten

16

8

5

4

12

18

Insgesamt

27

15

12

13

17

32

(1) vom 25.06.2002 bis 30.06.2003

 Für die Unterrichtung der Abgeordneten sorgt auch die Veröffentlichung zahlreicher Informationsberichte innerhalb wie außerhalb der Nationalversammlung (Regierung, Gemeinschaftsorgane, französische Abgeordnete des Europäischen Parlaments, sozioprofessionelle Einrichtungen, Presse...). Die Delegation kann sich selbst mit Themen ihrer Wahl befassen und so viele Informationsberichte, wie sie wünscht, veröffentlichen, um die nationale Volksvertretung über jede wichtige Debatte im Zusammenhang mit der künftigen Architektur der Institutionen der Union und ihren speziellen Politiken zu unterrichten : Benennung eines europäischen Staatsanwalts, Asyl- und Einwanderungspolitik, Europol, Sicherheit im Seeverkehr, Gemeinsame Agrarpolitik, Verkehr, Handelspolitik. Jeder dieser Berichte kann die Annahme eines Entschließungsantrags oder von Schlussfolgerungen, in dem bzw. in denen der Standpunkt der Delegation zu diesen Themen zum Ausdruck kommt, zur Folge haben.

Anzahl eingebrachter Berichte

11. Legislaturperiode

Sitzungsperiode
2002/2003 (2)

Insg.

1997

1998

1999

2000

2001

2002 (1)

18

30

30

30

27

10

37

182

(1) vom 01.01.2002 bis 18.06.2002

(2) vom 25.06.2002 bis 30.06.2003

In der Sitzungsperiode 2002-2003 gab die Delegation beispielsweise eine befürwortende Stellungnahme zur Erweiterung der Europäischen Union um zehn Staaten ab. Benannt wurden ein Generalberichterstatter sowie ein Sonderberichterstatter für jedes Land, um den Beitrittsprozess eines jeden Bewerberlandes zu verfolgen. 

Liste der Informationsberichte der Delegation für die Europäische Union, die zwischen dem 1. Juli 2002 und dem 15. November 2003 eingebracht wurden

Diese Berichte sind auf der Internet-Site der Nationalversammlung www.assemblee–nationale.fr/europe/
über die Rubrik «Europäische Union» abrufbar :

Jahr 2002

Nr. 26          Informationsbericht über den Vorentwurf des Gesamthaushaltsplans der Europäischen Gemeinschaften für 2003 (Berichterstatter : Herr René ANDRE)

Nr. 183        Informationsbericht über Texte, die der Nationalversammlung gemäß Artikel 88-4 der Verfassung zugeleitet wurden (Berichterstatter : Herr Pierre LEQUILLER)

Nr. 331         Informationsbericht über Texte, die der Nationalversammlung gemäß Artikel 88-4 der Verfassung zugeleitet wurden (Berichterstatter :
Herr Pierre LEQUILLER)

Nr. 344         Informationsbericht über die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (Berichterstatter : Herr Didier QUENTIN)

Nr. 388         Informationsbericht über das zweite Eisenbahnpaket (Berichterstatter : Herr Christian PHILIP)

Nr. 391         Informationsbericht über die Umsetzung der Richtlinie über gemeinsame Vorschriften für den Erdgasbinnenmarkt (Berichterstatter : Herr Christian PHILIP)

Nr. 392         Informationsbericht über den einheitlichen europäischen Luftraum (Berichterstatter : Herr Thierry MARIANI)

Nr. 445       Informationsbericht über die Benennung eines Europäischen Staatsanwalts (Berichterstatter : Herr René ANDRE und Herr Jacques FLOCH)

Nr. 469         Informationsbericht über den europäischen Haftbefehl (Berichterstatter : Herr Pierre LEQUILLER)

Nr. 512         Informationsbericht über Texte, die der Nationalversammlung gemäß Artikel 88-4 der Verfassung zugeleitet wurden (Berichterstatter : Herr Pierre LEQUILLER und Herr Christian PHILIP)

Jahr 2003

Nr. 592        Informationsbericht über Texte, die der Nationalversammlung gemäß Artikel 88-4 der Verfassung zugeleitet wurden (Berichterstatter : Herr Pierre LEQUILLER)

Nr. 597       Informationsbericht über die Reform des Wahlsystems zur Bestimmung der Vertreter Frankreichs für das Europäische Parlament (Berichterstatter : Herr Pierre LEQUILLER)

Nr. 598       Informationsbericht über die Agrarverhandlungen innerhalb der Welthandelsorganisation (Berichterstatter : Herr François GUILLAUME)

Nr. 639       Informationsbericht über die Besteuerung von Kunstgegenständen in Europa (Berichterstatter : Herr Pierre LELLOUCHE)

Nr. 644        Informationsbericht über die Sicherheit im Seeverkehr in Europa
(Berichterstatter : Herr Guy LENGAGNE und Herr Didier QUENTIN)

Nr. 711       Informationsbericht über das zweite Eisenbahnpaket (ergänzender Bericht) (Berichterstatter : Herr Christian PHILIP)

Nr. 713         Informationsbericht über Texte, die der Nationalversammlung gemäß Artikel 88-4 der Verfassung zugeleitet wurden (Berichterstatter : Herr Pierre LEQUILLER, Herr Marc LAFFINEUR und Herr Didier QUENTIN)

Nr. 716        Informationsbericht über die justizielle Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika (Berichterstatter : Herr  Didier QUENTIN)

Nr. 773        Informationsbericht über die Erweiterung der Europäischen Union um zehn Bewerberländer (Berichterstatter : Herr René ANDRE)

Nr. 774        Informationsbericht über den Beitritt Ungarns zur Europäischen Union (Berichterstatter : Herr Michel DELEBARRE)

Nr. 775        Informationsbericht über den Beitritt Lettlands zur Europäischen Union (Berichterstatter : Herr Alfred ALMONT)

Nr. 776        Informationsbericht über den Beitritt Litauens zur Europäischen Union (Berichterstatter : Herr René ANDRE)

Nr. 777        Informationsbericht über den Beitritt Maltas zur Europäischen Union (Berichterstatter : Herr Jacques FLOCH)

Nr. 778        Informationsbericht über den Beitritt Polens zur Europäischen Union (Berichterstatter : Herr François GUILLAUME)

Nr. 779     Informationsbericht über den Beitritt der Tschechischen Republik zur Europäischen Union (Berichterstatter : Herr Nicolas DUPONT–AIGNAN)

Nr. 780        Informationsbericht über den Beitritt der Slowakei zur Europäischen Union (Berichterstatter : Herr Jean–Pierre ABELIN)

Nr. 781        Informationsbericht über den Beitritt der Republik Zypern zur Europäischen Union (Berichterstatter : Herr Christian PHILIP)

Nr. 782        Informationsbericht über den Beitritt Estlands zur Europäischen Union (Berichterstatter : Herr André SCHNEIDER)

Nr. 783        Informationsbericht über den Beitritt Sloweniens zur Europäischen Union (Berichterstatter : Herr Thierry MARIANI)

Nr. 816        Informationsbericht über den Status und die Finanzierung der Parteien in Europa (Berichterstatter : Herr Pierre LEQUILLER)

Nr. 817        Informationsbericht über die europäische Asylpolitik (Berichterstatter : Herr Thierry MARIANI)

Nr. 819        Informationsbericht über die Zukunft von Europol (Berichterstatter : Herr Jacques FLOCH)

Nr. 833        Informationsbericht über die Anwendungsbestimmungen der «Vogelrichtlinie» vom 2. April 1979 in Europa (Berichterstatter : Herr Daniel GARRIGUE)

Nr. 866        Informationsbericht über Texte, die der Nationalversammlung gemäß Artikel 88-4 der Verfassung zugeleitet wurden (Berichterstatter : Herr Pierre LEQUILLER und mehrere seiner Kollegen)

Nr. 889        Informationsbericht über die Halbzeitevaluierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) (Berichterstatter : Herr Jean-Marie SERMIER)

Nr. 902        Informationsbericht über die sprachliche Vielfalt in der Europäischen Union (Berichterstatter : Herr Michel HERBILLON)

Nr. 903        Informationsbericht über die Verkaufsförderung im Binnenmarkt (Berichterstatter : Herr Gérard VOISIN)

Nr. 994        Informationsbericht über den Konvent über die Zukunft Europas (Berichterstatter : Herr Pierre LEQUILLER)

Nr. 1007      Informationsbericht über den Vorentwurf des Gesamthaushaltsplans der Europäischen Gemeinschaften für 2004 (Berichterstatter : Herr René ANDRÉ)

Nr. 1009      Informationsbericht über den Stand der Umsetzung der europäischen Richtlinien (Berichterstatter : Herr Christian PHILIP)

Nr. 1010      Informationsbericht über das Grünbuch der Europäischen Kommission zu Dienstleistungen von allgemeinem Interesse (Berichterstatter : Herr Christian PHILIP)

Nr. 1011      Informationsbericht über Texte, die der Nationalversammlung gemäß Artikel 88-4 der Verfassung zugeleitet wurden (Berichterstatter  : Herr Pierre LEQUILLER und mehrere seiner Kollegen)

Nr. 1095      Informationsbericht über die europäische Forschungs- und Entwicklungspolitik (Berichterstatter : Herr Daniel GARRIGUE)

Nr. 1096       Informationsbericht über Texte, die der Nationalversammlung gemäß Artikel 88-4 der Verfassung zugeleitet wurden (Berichterstatter : Herr Pierre LEQUILLER und mehrere seiner Kollegen)

Nr. 1145      Informationsbericht über den Beitritt der Republik Zypern zur Europäischen Union (ergänzender Bericht) (Berichterstatter : Herr Christian PHILIP)

Nr. 1158      Informationsbericht über die Reform der Rechtsvorschriften für Unternehmenszusammenschlüsse (Berichterstatter : Herr Marc LAFFINEUR)

Nr. 1160       Informationsbericht über den Richtlinienvorschlag des Rates zur Änderung der Richtlinie 77/388/EWG hinsichtlich der ermäßigten Mehrwertsteuersätze (Berichterstatter : Herr Daniel GARRIGUE)

Nr. 1162       Informationsbericht über Texte, die der Nationalversammlung gemäß Artikel 88-4 der Verfassung zugeleitet wurden (Berichterstatter : Herr Pierre LEQUILLER und mehrere seiner Kollegen)

Nr. 1210      Informationsbericht über die Verhandlungen innerhalb der Welthandelsorganisation (WTO) (Berichterstatter : Herr Marc LAFFINEUR)

 

Büro der Nationalversammlung bei der Europäischen Union

Auf Initiative ihres Präsidenten hat die Nationalversammlung im März 2003 ein ständiges Büro bei der Europäischen Union eingerichtet, dessen wichtigste Aufgabe darin besteht, die Parlamentarier eingehender über die Tätigkeiten der Gemeinschaftsorgane zu unterrichten.

Dieses Büro, das von einem Beamten des Referats Europäische Angelegenheiten, der im Europäischen Parlament und in der ständigen Vertretung Frankreichs in Brüssel tätig ist, geleitet wird, steht allen Abgeordneten, Mitgliedern der Delegation, aber auch der ständigen Ausschüsse zur Verfügung.

Sowohl das Zusammentragen von Arbeitsdokumenten der Institutionen der Union als auch der Aufbau eines Netzes von Beziehungen zwischen den Hauptakteuren des europäischen Beschlussfassungsprozesses müssen dazu beitragen, dass die parlamentarische Kontrolle über die europäischen Angelegenheiten qualitativ verbessert wird.

Mit der Einrichtung dieses Büros sollen auch die interparlamentarischen Beziehungen vertieft werden.

Mitwirkung der Delegation an den Debatten über zentrale europäische Fragen

Die Delegation beteiligte sich aktiv an der Debatte über die Zukunft Europas. Auf ihre Veranlassung wurde so in der Nationalversammlung die «Konferenz über die Zukunft Europas» abgehalten, an der am 7. und 8. November 2001 nahezu 1 000 Bürger teilnahmen. Im Januar 2003 empfing sie fast 600 europäische Studenten, die mit zahlreichen Abgeordneten der Delegation und politisch Verantwortlichen Europas über die zentralen Fragen der künftigen Europäischen Verfassung diskutierten. Regelmäßig beteiligt sich die Delegation auch an der Organisation von Kolloquien und Konferenzen.

Die Delegation verfolgte aufmerksam die Arbeiten des Konvents über die Zukunft Europas, der den Entwurf einer Europäischen Verfassung zu erarbeiten hatte. Der Präsident der Nationalversammlung hatte zwei ihrer Mitglieder benannt, die die Nationalversammlung im Konvent vertreten sollten : Herr Pierre Lequiller als ordentlicher Vertreter und Herr Jacques Floch als dessen Stellvertreter. So wurde die Delegation durch zahlreiche Mitteilungen, Anhörungen und gemeinsame Sitzungen mit parlamentarischen Delegationen mehrerer Mitglieds- oder Bewerberländer der Union regelmäßig und eng an den Debatten des Konvents beteiligt. Sämtliche Arbeiten der Vertreter der Nationalversammlung sind in dem von Herrn Pierre Lequiller im Juli 2003 veröffentlichten Informationsbericht enthalten : Die Europäische Verfassung : der Konvent über die Zukunft Europas hat seinen Auftrag erfüllt (Bericht Nr. 994).

Europa auf der Internet-Site der Nationalversammlung

www.assemblee-nationale.fr/europe/

Die Rubrik «Europäische Union» der Internet-Site der Nationalversammlung stellt ein wichtiges Instrument zur Unterrichtung über die Tätigkeiten der Delegation dar. Neben einer Rubrik «Aktuelles über Europa» enthält diese Internet-Site zahlreiche Informationen, die online abrufbar sind und regelmäßig aktualisiert werden :

- Zusammensetzung der Delegation für die Europäische Union ;

- Tagesordnung und voraussichtliches Programm der Sitzungen ;

- Sitzungsprotokolle ;

- Informationsberichte ;

- ausgewählte Dokumente der Europäischen Union ;

- thematische Dossiers über den Europäischen Konvent und die Regierungskonferenz ;

- Im Brennpunkt : das Land, das den EU-Vorsitz innehat ;

- ausgewählte nützliche Links zu Internet-Sites, die sich mit europäischen Fragen befassen.

  • Prüfung der europäischen Texte : ein verfassungsmäßiger Auftrag

Artikel 88-4, der 1992 anlässlich der Verfassungsänderung im Vorfeld der Ratifizierung des Vertrags von Maastricht in die Verfassung aufgenommen und 1999 im Rahmen der Ratifizierung des Vertrags von Amsterdam geändert wurde, stattete das französische Parlament mit den notwendigen Mitteln für eine eingehende Kontrolle der europäischen Angelegenheiten aus.

Diese Bestimmung der Verfassung sieht vor, dass die Regierung der Nationalversammlung und dem Senat die Entwürfe und Vorschläge für Rechtsakte der Europäischen Gemeinschaften und der Europäischen Union, welche Bestimmungen mit Gesetzescharakter enthalten, unmittelbar nach deren Übermittlung an den Rat der Gemeinschaften vorzulegen hat. Ob der Entwurf oder der Vorschlag für einen gemeinschaftlichen Rechtsakt Bestimmungen mit Gesetzescharakter enthalten oder nicht, hat der Staatsrat zu entscheiden. Seit der Verfassungsänderung vom 25. Januar 1999 kann die Regierung den beiden Kammern zudem europäische Texte zuleiten, die zwar keinen Gesetzescharakter haben, bei denen aber möglicherweise eine Stellungnahme des Parlaments zweckdienlich ist. Die «Pflichtklausel» für die Entwürfe und Vorschläge europäischer Rechtsakte mit Gesetzescharakter wurde mithin durch eine «Fakultativklausel» ergänzt.

Artikel 88-4 der Verfassung

 

« Die Regierung legt der Nationalversammlung und dem Senat die Entwürfe oder Vorschläge von Rechtsakten der Europäischen Gemeinschaften oder der Europäischen Union, welche Bestimmungen mit Gesetzescharakter enthalten, unmittelbar nach deren Übermittlung an den Rat der Europäischen Union vor. Sie kann ihnen auch die anderen Entwürfe oder Vorschläge von Rechtsakten sowie sämtliche Dokumente einer Institution der Europäischen Union unterbreiten.

Gemäß den in der Geschäftsordnung jeder Kammer festgelegten Modalitäten können Entschließungen zu den im vorstehenden Absatz genannten Ent