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Geschichte des Palais Bourbon
 

Vor der Revolution

Von der Revolution bis heute

Heute

 

Vor der Revolution

Das Palais Bourbon wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Louise Françoise de Bourbon, einer legitimierten Tochter Ludwigs XIV und der Madame de Montespan, erbaut. Die Arbeiten, mit denen der italienische Architekt Giardini beauftragt wurde und die von Hardouin Mansart gebilligt wurden, begannen 1722. Nach dem Tode von Giardini im Jahre 1724 wurden die Bauarbeiten unter der Leitung von Jacques Gabriel fortgesetzt und 1728 abgeschlossen. 1765 wurde das Palais vom Prinz de Condé, dem Enkel der Herzogin de Bourbon, umgebaut und vergrößert. Soufflot, der diese Arbeiten leitete, änderte die ursprüngliche Ausgestaltung von Mansart und Gabriel und sorgte für mehr Schlichtheit.

Der Marquis de Lassay, dessen Dienste die Herzogin für den Bau des Palais Bourbon in Anspruch genommen hatte, ließ in ihrem Auftrag in der Nähe des Palais ein « Hôtel », das heißt ein Herrenhaus errichten. Die Geschichte des Hötel de Lassay ist deshalb eng mit der des Palais Bourbon verknüpft.

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Von der Revolution bis heute

Das während der Revolution zum nationalen Eigentum erklärte und anfangs nur wenig benutzte Palais Bourbon wurde 1795 als Sitz des künftigen «Rates der Fünfhundert» gewählt, der dort ab 1798 tagte. Der für diese Versammlung erbaute Sitzungssaal war der erste Saal in Frankreich, von dem man weiß, daß er dauerhaft der Zusammenkunft von Gesetzgebern diente. Dieser Saal wurde während des Konsulats und des Empires vom «Gesetzgebenden Körper» benutzt. Zu dieser Zeit ließ Fontanes, der Präsident des "Gesetzgebenden Körpers", die heutige Nordfassade des Palais im Stil der Madeleine-Kirche erbauen. Unter dem Empire wurden ebenfalls das Palais Bourbon und das Hôtel de Lassay, die ursprünglich getrennt waren, durch eine Galerie miteinander verbunden. Seitdem diente das Hôtel de Lassay den Präsidenten der Versammlung als Residenz. Nachdem der Staat das Hôtel vom Herzog d'Aumale abgekauft hatte, wurde es in den Jahren nach 1843 endgültig zur Residenz der Präsidenten der Versammlung.

Unter der Restauration vermietete der Prinz de Condé, der aus der Emigration zurückgekehrt war, einen Großteil des Palais Bourbon an die Abgeordnetenkammer, die das Palais dann 1827 seinem Sohn abkaufte. Die Abgeordnetenkammer konnte somit eine Vielzahl großer Bauarbeiten durchführen lassen: Neubau des Sitzungssaals, Umgestaltung der Zugangskorridore und der benachbarten Säle, Einrichtung der Bibliothek in einem angemessenen Rahmen. Mit der Dekoration der Bibliothek und eines der Salons wurde Eugène Delacroix beauftragt.

Während der Bauarbeiten tagte die Abgeordnetenkammer in einem provisorischen Sitzungssaal, dem sogenannten "hölzernen Saal", in dem Louis-Philippe am 9. August 1830 schwor, die «Charte constitutionnelle», das heißt die Verfassungsurkunde einzuhalten.

Seit der Einweihung des neuen Sitzungssaals im Jahre 1832 tagten dort - außer in den folgenden Epochen - sämtliche Versammlungen: unter der Zweiten Republik benutzten die Mitglieder der konstituierenden Versammlung aufgrund ihrer hohen Zahl einen provisorischen Saal, der im Ehrenhof errichtet worden war; von 1871 bis 1879 gab man dem Palais de Versailles dem Palais Bourbon den Vorzug; während des Zweiten Weltkrieges.
Im 19. Jahrhundert wurden weitere große Bauarbeiten vorgenommen: insbesondere Anhebung einer Etage des Palais Bourbon, Verstärkung der Galerie, die das Hôtel de Lassay mit dem Palais Bourbon verband.

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Heute

Die in jüngster Zeit durchgeführten Arbeiten dienten dazu, die Räumlichkeiten des Palais Bourbon den heutigen Bedürfnissen der Abgeordneten anzupassen, da diese ihre vielfältigen und komplexen Tätigkeiten nicht nur im Sitzungssaal wahrnehmen.

Dank einem 1974 auf der anderen Seite der Rue de l'Université errichteten und mit dem Palais durch eine unterirdische Galerie verbundenen Gebäude sowie einem vor kurzem erworbenen Gebäude am Boulevard Saint-Germain verfügt nunmehr jeder Abgeordnete über ein eigenes Büro, das ihm die Ausübung seines Mandats erleichtert.

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